Es gibt jede Menge Rezepte und Anleitungen zu diesem Thema im Internet und in Büchern. Warum meine ich, hier dazu auch noch etwas schreiben zu müssen?

Nun, es geht mir weniger um konkrete Rezepturen als viel mehr darum, die grundlegenden Zusammenhänge so zu beschreiben, dass jeder "sein eigenes Brot" mit einfachen Mitteln "erfinden" kann.

Warum macht Brot backen für mich Sinn?

  • weil ich wissen möchte, was in meinem Brot drin ist
  • weil ich Spaß am Selbstgeschaffenen habe


Welche Gerätschaften brauche ich?

» Backofen. Eigentlich reicht der, den es in der Küche eh zum Kuchenbacken schon gibt. Wenn man sich dazu einen Pizzastein  - eine Steinplatte, die in den Ofen gelegt wird - leistet, gelingt das freigeschobene Backen (ohne Form) besser.











                     Mein Pizzastein

» Rührgerät. Eines, das in der Lage ist, schweren Hefeteig zu kneten ohne zusammenzubrechen. Angeblich geht das auch mit kräftigen Händen. Bei mir geht das elektrisch.

» Rührschüssel. Passend zum Rührgerät.


Welche Zutaten brauche ich?

» Mehl. Hier haben wir viele Möglichkeiten. Es sollte jedenfalls kräftiger sein als das normale Haushalts-Weizenmehl Type 405. Weizenmehl Type 1050 wäre nicht schlecht für den Anfang. Oder Dinkelmehl 1050 oder 1150. Oder eine Mischung mit Roggenmehl. In meiner Gegend gibt es Brotmehl zu kaufen, das hälftig aus Roggen- und Weizenmehl besteht. Oder man mischt mit selbst geschrotetem Getreide.

» Hefe. Ich arbeite nur mit Trockenhefe. Die lässt sich problemlos bevorraten. Ein Tütchen reicht für 1 kg Mehl, obwohl meist "für 500 g" draufsteht.

» Wasser. Aus der Leitung. Handwarm, damit die Hefe sich wohlfühlt.

» Honig. Einen Teelöffel, um die Hefe "aufzuwecken"

» Salz. Normales Kochsalz. Oder Ihr Lieblingssalz aus ....


Wie mache ich den Teig - für freigeschobenes Brot?

Ich nehme...

1000 g Mehl, sagen wir Dinkelmehl Type 1050
ca. 620 ml Wasser, handwarm
1 Esslöffel Salz (leicht gehäuft)
1 Beutel Trockenhefe
1 Teelöffel Honig

... und tue damit Folgendes:

Den Honig auf den Boden der Rührschüssel geben.
Mit dem Wasser auffüllen.
Die Trockenhefe einstreuen.
Alles so lange verrühren, bis sich der Honig aufgelöst hat.

Das Mehl hinzufügen.
Das Salz drüberstreuen.

Jetzt alles so lange verkneten, bis sich der Teig von der Schüssel löst.
Hier kommt es darauf an, ob man die zur Mehlsorte passende Menge Wasser getroffen hat. Bleibt der Teig am Schüsselboden kleben, so man fügt nach und nach etwas Mehl hinzu. Ist der Teig zu fest, löst sich also ruck zuck vom Schüsselboden, fügt man etwas Wasser hinzu. (Das ist nicht wirklich kritisch: je lockerer der Teig, umso grobporiger hinterher das Brot.)

Die Schüssel abdecken, z.B. mit einem Teller, oder mit Frischhaltefolie, und dann "an einem warmen Ort" ca. 2 Stunden stehen lassen. Das kann z.B. der Backofen sein, wenn er sich auf ca. 30 Grad vorheizen lässt. Auch hiermit kann man die Beschaffenheit des fertigen Brotes beeinflussen. Je mehr Zeit man der Hefe lässt, um so lockerer wir das Brot. Jedenfalls sollte sich das Volumen des Teigs etwa verdoppelt haben.

Den Backofen auf 250 Grad vorheizen - mit eingelegtem Pizza-Stein, so man hat.

In der Zwischenzeit den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem Brot formen. Oder den Teig teilen, und 2 Brote formen.
Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Im einfachsten Fall formt man mit bemehlten Händen eine bzw. zwei Kugel(n), und lässt die dann auf der Arbeitsfläche ruhen, bis der Backofen die eingestellte Temperatur erreicht hat. 
Anregungen zu anderen Methoden findet man z.B., wenn man in YouTube nach "Brot formen" oder "Brot falten" sucht.

Ist der Ofen auf Temperatur, so kommt der Teig jetzt in den Ofen.
Hat man einen Pizzastein, so wird der Teig direkt dort abgelegt. Je nach Konsistenz geht das mit bloßen Händen, oder besser unter Zuhilfenahme eines Brettchens.
Hat man den Pizzastein nicht zur Verfügung, so bemehlt man ein Backblech und gibt den Teig darauf. Das Backblech kommt dann auf die untere Schiene in den Ofen.

Nach 5 Minuten stellt man die Temperatur runter auf 175 Grad. Die Backzeit beträgt dann für 2 ausgeformte Brote noch 40 Minuten, im anderen Fall 55 Minuten.










Das Ergebnis kann im einfachsten Fall so aussehen:












Das Brot kommt zum Auskühlen auf ein Kuchengitter.